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Wer gewinnt das große Los?

Nils Christiansen, seit November 2004 als Zivi in PROSOYA, erlebte mit, wie schwierig und aufregend es ist, einen Platz im Projekt zu bekommen.

Bereits am 14. März kamen die ersten Bewerber im Projekt an. Früh am nächsten Morgen fuhren dann diverse Fahrzeuge mit weiteren Kindern vor. Der Hof füllte sich nach und nach, immer mehr Menschen kamen, blickten verunsichert um sich, redeten kaum, setzten sich lediglich und warteten. Die Jugendlichen aus PROSOYA gingen, soweit es möglich war, ihrer normalen Arbeit nach. Dennoch konnte sich niemand von ihnen musternde Blikke verkneifen. Ebenso schauten sich die Bewerber neugierig um, jedoch mit einer um Welten größeren Zurückhaltung. Es war schließlich nicht irgendein Tag, sondern die einzige Gelegenheit für ein Jahr, als neuer Schüler ins Projekt aufgenommen zu werden. Besonders die Eltern der Bewerber erschienen sehr eingeschüchtert und demütig, waren sie doch gekommen, um das Schicksal ihres Kindes in die Hände fremder Menschen zu legen. Diese Entscheidung jedoch beinhaltet für die Kinder die Chance, wesentlich entspannter und sorgenfreier aufwachsen und lernen zu können.

Nach und nach wurde jeder der Jungs zu einem Gespräch in den Vorstellungsraum gebeten. Die Erzieher des Projektes interviewten sie, um eine Vorauswahl zu treffen. Sie stellten ihnen Fragen über ihr Leben, ihre Probleme und ihre familiäre und ökonomische Situation. Davor und danach hieß es warten und hoffen. Drei Neulinge, Jungs aus einem Waisenheim in Oxapampa, standen bereits vor der Auswahl als neue ,PROSOYinos’ fest, sechs Plätze waren an die restlichen Bewerber zu vergeben. Eike und ich sind nur wenige Male über den Hof gegangen. Man betrachtete uns sehr ängstlich und verunsichert, und so vermieden wir es, die Menschen an diesem Tag noch mehr zu verschrecken. Wir waren froh, nicht in der Haut der Verantwortlichen zu stecken, denn diese hatten eine Entscheidung zu fällen, die das Leben eines jungen Menschen ganz maßgeblich beeinflussen würde.

Es vergingen viele Stunden, bis nach der Vorauswahl unter der Leitung von Hugo Fernández die Endauswahl getroffen war. Als Eike und ich abends wieder auf den Hof zurückkehrten, war dieser wie leergefegt. Die Eltern, Verwandten oder Freunde waren allein wieder abgefahren. Die meisten der Neuen standen mit nichts weiter als dem, was sie am Leibe trugen, auf dem Hof und warteten darauf, dass man ihnen nun die Kopfhaare abrasieren würde, wie es hier Brauch ist. Nach diesem gewöhnungsbedürftigen Aufnahme-Ritual zeigte man den Schülern ihre Quartiere, in denen sie von nun an mit den ,alten’ Schülern zusammenwohnen sollten. Anschließend gab es Abendessen. Die Jungs waren nun offiziell Mitglieder der Projektfamilie.
Eike und Nils
Eike und Nils
Peru-Aktion e.V.
Jherson, Fernando, Renzo, Willy, Yuen, Fredy, Mateo, Rubén und Roberto
v.l.n.r. Jherson, Fernando, Renzo, Willy, Yuen, Fredy, Mateo, Rubén und Roberto
Aktualisierung 10.08.2005